Zurück

Wider den grünen Wahn

Eine Streitschrift


Kurze Inhaltsangaben der einzelnen Kapitel


Erstes Kapitel: Die Wächter über unsere Moral

Wie keine andere Gruppierung sind die Grünen die Erben der Achtundsechziger. Diese Kinder der NS-Generation hatten das natürliche Bedürfnis, sich von den Verbrechen der Nationalsozialisten zu distanzieren. Eine Identifikation mit den eigenen Vorfahren war unmöglich. Sie versuchten aus der schuldbeladenen Genealogie auszubrechen und identifizierten sich mit den Opfern, den Kommunisten und Juden. Sie waren in den verschiedenen kommunistischen Gruppen aktiv oder sympathisierten mit ihnen. Als „gefühlte Opfer“ waren sie ohne Schuld. Die Täter sind die anderen.

Die Grünen handeln als Erben der Achtundsechziger in dem Bewusstsein, eine überlegene moralische Position einzunehmen. Als Wächter über unsere Moral verlangen sie, dass wir mit ihnen die richtigen Folgerungen aus unserer Geschichte ziehen. Auch als Umweltpolitiker sind die Grünen auf der Seite der Guten. Sie wissen, dass sie für das Überleben der Menschheit wichtige Ziele verfolgen. Wer ihre Vorschläge nicht akzeptiert, paktiert mit dem Bösen. Wer ihre Gesinnung nicht teilt, ist verdächtig. Sie haben den Meinungsmarkt moralisiert, die neuen Gesslerhüte aufgestellt und Denkverbote erlassen. Sie sind Vertreter einer Gesinnungspolitik. Wer ihre Verbote missachtet, kommt vor das grüne Gesinnungstribunal. Das wird in diesem Kapitel an einigen Beispielen gezeigt.

Zweites Kapitel: Die Geburt der Grünen aus dem Geist der Apokalypse

Erster Teil: Die Grenzen des Wachstums

Das Buch „Die Grenzen des Wachstums von Meadows war die Geburtsstunde der grünen Bewegung. Es wurde dargelegt, dass kontinuierliches Wirtschaftswachstum wegen der Begrenztheit der nicht regenerierbaren Ressourcen nicht möglich ist. Ein dramatischer Kollaps drohe. Aus den als Prognosen aufgefassten Projektionen in dem Buch ging hervor, dass wir schon in den achtziger Jahren kein Gold, kein Quecksilber und kein Zink mehr haben werden. Ab 1990 werde es kein Erdöl, ab 1992 kein Erdgas mehr geben.

Aber selbst wenn die Reserven verfünffacht würden, hätten wir bereits heute kein Gold, kein Silber und kein Quecksilber mehr. In fünf Jahren gäbe es kein Erdgas und in sechs Jahren kein Erdöl mehr.

Die vernichtende Kritik des Buches durch führende Ökonomen blieb unbeachtet. Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften sind bei dem heutigen Verbrauch an Erdöl die Reserven erst in 52 Jahren erschöpft. Bildet man den Quotienten aus Reserven plus Ressourcen ergibt sich eine Reichweite von 133 Jahren. Beim Erdgas erhält man bei den Reserven eine Reichweite von 58 Jahren Die Summe aus Reserven und Ressourcen reicht bei dem heutigen Verbrauch noch für 243 Jahre.. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Berechnungen nur um die Momentaufnahme eines sich ständig ändernden dynamischen Systems. In den letzten Jahrzehnten ist die Reichweite bei den meisten Rohstoffen konstant geblieben.

Zweiter Teil: Das Waldsterben

Die apokalyptischen Harlekine im „Spiegel“, in der „Zeit“ und im „Stern“ wussten, dass wir wegen des Waldsterbens „ein ökologisches Hiroshima“ erleiden werden. Wenn sie mit ihren Aussagen recht gehabt hätten, wären unsere Nadelwälder seit 1990 verschwunden, seit 1994 gäbe es keine Buchen mehr und seit 2002 wäre überhaupt kein Wald mehr da. Das Sterben der Wälder hätte, wie Hubert Weinzierl, der frühere Vorsitzende des BUND voraussah, unser Land stärker verändert als der Zweite Weltkrieg.

Doch unser Wald verschwand nicht. Deutschlands Wälder wachsen jährlich um 10.000 Hektar. Die Nutzung der Holzvorräte ist geringer als der Zuwachs.

Das „Waldsterben“ ist ein Paradebeispiel für die Hysterie, die bei uns leicht erzeugt werden kann.

Dritter Teil: Fukushima, die Medien und wir

Am 11. März 2011 wurde Japan von dem schwersten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen erschüttert. Der durch das Erdbeben ausgelöste Tsunami überflutete eine Fläche von 470 Quadratkilometern. Nahezu 19.000 Menschen kamen durch den Tsunami ums Leben. Durch den Tsunami kam es zu dem Reaktorunglück am Kernkraftwerk Fukushima Dachi. Es hat bislang durch das Reaktorunglück keine Strahlungstoten gegeben. In den Medien sprach man über den schrecklichen Tsunami bald nur noch am Rande. Man konzentrierte die Berichterstauung auf das Reaktorunglück, das in schamloser, zynischer Weise von ARD und ZDF instrumentalisiert wurde. Die Instrumentalisierung erreichte einen gewissen Höhepunkt als Claudia Roth die 19.000 Toten, die der Tsunami gefordert hatte, zu Opfern des Reaktorunglücks machte. Auch bei Jürgen Trittin und der ARD waren die Toten durch den Tsunami und das Reaktorunglück verursacht worden. Es wird in diesem Abschnitt die Hysterie geschildert, die dieses Land als Folge der Berichterstattung in den Medien erfasste. Kein Land auf der Welt hat so hysterisch reagiert wie Deutschland.

Drittes Kapitel: Biolandwirtschaft: Der vom Zeitgeist gesegnete Schwindel

Es wird dargelegt, dass Bioprodukte nicht gesünder sind, dass sie nicht besser schmecken und auch nicht sicherer sind als Produkte der konventionellen Landwirtschaft. Biobauern dürfen keine synthetischen Pestizide einsetzen. Es ist denen, die synthetische Pestizide verteufeln, meist unbekannt, dass 99,99 Prozent aller Pestizide, die wir zu uns nehmen, natürlichen Ursprungs sind. Etwa 50 Prozent aller natürlichen Pestizide verursachen im Tierversuch Krebs. (Siehe dazu den Auszug aus diesem Kapitel)

Wenn Biobauern die gleiche Menge ernten wollen wie konventionell arbeitende Landwirte, brauchen sie eine um ein Drittel größere Fläche. Der in Harvard lehrende Robert Paarlberg hat errechnet, dass man in Europa 28 Millionen Hektar zusätzliches Ackerland brauchte, wenn Europa sich allein durch ökologische Landwirtschaft ernähren wollte. Das ist gleich der Fläche aller Wälder in Frankreich, Großbritannien, Dänemark und Deutschland. Wenn Kunstdünger durch Naturdung ersetzt werden sollte, müssten allein in den USA nahezu eine Milliarde zusätzliche Tiere gehalten werden. Um sie zu füttern, brauchte man 8,1 Millionen km2 zusätzliche landwirtschaftliche Nutzfläche. Das entspricht der gesamten Landfläche der USA ohne Alaska!

Viertes Kapitel: Der „Dioxin-Skandal“ und die EHEC-Katastrophe

Über dioxinbelastetes Mischfutter gelangte Dioxin in einige Produkte, vor allem in Eier und Schweinefleisch. Bei einigen Proben wurde der gesetzlich Höchstwert bei Eiern um bis zum Vierfachen übertroffen. Die Medien machten mit diesem „Skandal“ wochenlang auf. Es wurden zeitweise 5.000 landwirtschaftliche Betriebe geschlossen. Die Anhänger der Grünen und 120 Organisationen demonstrierten in Berlin für einen „Systemwechsel“. Sigmar Gabriel forderte den Innenminister auf, das Bundeskriminalamt einzuschalten.

Ein gesundheitliches Risiko war mit dem Konsum der Eier nicht verbunden. Es wurde nicht beachtet, dass die festgesetzten Genzwerte toxikologisch nicht begründet sind und eine Überschreitung der Grenzwerte nichts über die gesundheitliche Gefährdung aussagt. Wenn zum Beispiel eine Portion Fisch von 200 Gramm mit dem zulässigen Grenzwert verzehrt wird, ist die Aufnahme von Dioxin viermal so hoch wie beim Verzehr von zwei Eiern, bei denen der Grenzwert um das Vierfache überschritten wird. Das Bundesinstitut für Risiko stellte klar, dass selbst dann, wenn jemand ein Jahr lang täglich zwei Eier isst, die die höchsten gemessenen Dioxingehalte aufweisen, die Gesundheit nicht gefährdet ist.

Ein Jahr nach den Dioxin-Grenzwertüberschreitungen bei wenigen Eiern und Schweinefleisch im Januar 2011, die die Medien in verantwortungsloser Panikmache zu einem Dioxinskandal stilisiert hatten, wurden erneut die Dioxinhöchstwerte bei Eiern in Nordrhein-Westfalen deutlich überschritten. Der Dioxingehalt der Eier war bis zu sechsmal höher als erlaubt. Die Dioxinbelastung war also wesentlich höher als bei dem sogenannten Dioxinskandal vor gut einem Jahr. Doch in diesem Fall wurde das von den Medien kaum registriert. Die dioxinbelasteten Eier stammten aus einem Biohof! Der Betrieb ist mit einer Tagesproduktion von 23.000 Eiern einer der größten Erzeuger von Bioeiern.

Nur wenige Monate nach dem Medienskandal über dioxinbelastete Eier erschütterte eine durch EHEC-Bakterien verursachte epidemieähnliche Krankheitswelle unser Land. Fast 4000 Menschen erkrankten, zum großen Teil schwer, 53 starben. Die Epidemie wurde durch Sprossen verursacht, die von einem Biohof stammten. Obwohl Sprossen bei Krankheiten, die durch EHEC-Bakterien verursacht werden, als Hauptverdächtige angesehen werden, nahm das Robert-Koch-Institut aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Spur erst sehr spät auf. Bis heute wurde vom Robert-Koch-Institut nicht mitgeteilt, dass die Sprossen von einem Biobetrieb in Bienenbüttel stammten. Der renommierte Experte in Fragen der Hygiene, Professor Martin Exner, hat in Hygienemängeln im Biohof in Bienenbüttel die Ursache der Epidemie gesehen. Das wurde nur im Focus und der Ärztezeitung veröffentlicht.

Fünftes Kapitel: Die Opfer der Ökohysterie

Die amerikanische National Academy of Sciences schrieb 1970, dass DDT in weniger als zwei Jahrzehnten 500 Millionen Todesfälle verhindert hat, zu denen es ohne den Einsatz von DDT gekommen wäre. Kaum einer anderen Chemikalie schulde die Menschheit so viel Dank.

Doch durch das Buch „Der stumme Frühling“ von Rachel Carson wurde DDT auf die Anklagebank gesetzt. Das Buch war ein scheinbar wissenschaftlich fundiertes Plädoyer gegen chemische Insektizide im Allgemeinen und DDT im Besonderen. Es wurde zum Motor der Umweltbewegung. Carson behauptet, dass durch den Einsatz von DDT viele Vogelarten vom Aussterben bedroht sind und dass die Chemikalie bei den Menschen Krebs und andere Krankheiten verursache. Nahezu alle Behauptungen wurden widerlegt. Die Wanderdrossel etwa, der Carson besondere Aufmerksamkeit schenkte, und über die sie schrieb, sie sei durch den Einsatz von DDT dem Aussterben nahe, hatte sich in der Zeit von 1941 bis 1961, als DDT in großem Umfang in der Landwirtschaft eingesetzt wurde, stark vermehrt. Nach Angaben der Audubon Gesellschaft, die jährlich Vogelzählungen durchführt, ist ihre Zahl in dem betrachteten Zeitraum um das Zwölffache gestiegen.

In den Jahren 1971 und 1972 wurden umfangreiche Anhörungen durchgeführt. 125 Forscher kamen zu Wort, die Manuskripte von 9.300 Seiten verfasst hatten. Der Vorsitzende Richter fasste das Ergebnis zusammen: DDT ist keine karzinogene Gefahr für den Menschen. Es ist nicht erbschädigend und erzeugt keine Missbildungen. Es hat keine schädlichen Auswirkungen auf Fische, Vögel oder andere wild lebende Tiere. Er empfahl, kein Verbot gegen DDT auszusprechen. Doch der Leiter der der Environmental Protection Agency, der nicht einen einzigen Tag während der siebenmonatigen Anhörungen anwesend war, und dessen Mitarbeiter berichteten, er habe die Manuskripte auch nicht gelesen, erließ für die USA ein Verbot von DDT.

Durch den Druck der Geberländer waren viele Entwicklungsländer in Afrika gezwungen auf den Einsatz von DDT, des besten und billigsten Mittels im Kampf gegen Malaria, zu verzichten. Dennis Avery hat geschätzt, dass mindestens 30 Millionen Menschen unnötig an Malaria oder Gelbfieber wegen des Nichteinsatzes von DDT gestorben sind. Robert W. Dwadz von den National Institutes of Health hat gemeint, dass der Bann auf DDT 20 Millionen Kinder getötet haben mag. Eine furchtbare Bilanz.

Sechstes Kapitel: Ökoimperialisten gegen grüne Gentechnik

Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen leiden rund 870 Millionen Menschen weltweit an Hunger. An den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben jedes Jahr etwa 8,8 Millionen Menschen; es sterben an Unterernährung mehr Menschen als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Jedes vierte Kind in den Entwicklungsländern hat Untergewicht. Die Weltbevölkerung wächst um jährlich 80 Millionen Menschen. Eine bedrückende Aufgabe ist zu bewältigen. Leider sind die Produktivitätssteigerungen in der Weltlandwirtschaft zurückgegangen. Sie sanken von vier Prozent zwischen 1960 und 1989 auf heute etwa ein Prozent jährlich

Ohne grüne Gentechnik wird die Aufgabe, den Hunger in der Welt wirksam zu bekämpfen, nicht gelöst werden können.

Mit großem Erfolg werden heute bereits gentechnisch veränderte herbizidtolerante Pflanzen (Mais, Sojabohnen,Weizen, Baumwolle) und insektenresistente Pflanzen (Mais ,Baumwolle) weltweit angebaut.

Die Hoffnungen, die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, beruhen aber auch auf den Potenzialen gentechnisch veränderter Pflanzen. Durch die zum Teil schon erfolgreiche Entwicklung salztoleranter und trockentoleranter Pflanzen und die Entwicklung von Pflanzen, die den Stickstoff besser verwerten, so dass bei Böden mit mäßigem Stickstoffgehalt höher Erträge erzielt werden können, kann ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt geleistet werden. Es wird auch intensiv daran gearbeitet, Pflanzen mit Vitaminen, vor allem Vitamin A und Mineralstoffen wie Zink und Eisen anzureichern. Der goldene Reis ist das bekannteste Beispiel. Forschungsvorhaben gibt es auch bei Kartoffeln, Hirse und anderen Pflanzen. Die Mangelernährung in vielen Entwicklungsländern soll so bekämpft werden.

Alle sachkundigen Wissenschaftler in Europa und in den USA haben immer wieder erklärt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen keinerlei neue Risiken für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt mit sich bringen. Auch das Forschungsdirektorat der EU-Kommission und der „Internationale Wissenschaftsrat, der seine Meinung auf 50 autoritative, unabhängige wissenschaftliche Stellungnahmen aus allen Ländern der Welt gründete, stellten fest, dass die gegenwärtig verfügbaren Nahrungsmittel von genetisch modifizierten Erzeugnissen sicher sind und dass die Methoden, ihre Sicherheit zu überprüfen, angemessen sind. Es spricht alles dafür, dass gentechnisch erzeugte Produkte sicherer sind als konventionelle Erzeugnisse, weil sie umfassend und sehr genau auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft werden. Hunderte Millionen Menschen haben sie konsumiert und niemand hat auch nur einen Pickel auf der Haut bekommen.

Doch Greenpeace und andere Organisationen führen einen schändlichen Kampf gegen die grüne Gentechnik. Alle Argumente, die vorgebracht werden, sind seit langem widerlegt.

Auf den Philippinen und in Bangladesch werden Feldversuche mit dem goldenen Reis durchgeführt. Mehr als zwei Milliarden Menschen ernähren sich hauptsächlich von Reis. Doch der Reis enthält wenig Vitamin A. Deshalb ist Mangel an Vitamin A eines der weltweit am meisten verbreiteten Ernährungsprobleme. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass 250 Millionen Kinder im Vorschulalter an Vitamin A-Mangel leiden. Die WHO meint, dass in jedem Jahr 250.000 bis 500.000 Kinder, die an Vitamin A-Mangel leiden, blind werden. Die Hälfte dieser Kinder stirbt ein Jahr nachdem sie blind geworden sind. Durch den goldenen Reis kann dieser Mangel bekämpft werden, weil der Reis gentechnisch durch Betakarotin, einer Vorstufe von Vitamin A, angereichert wurde. Doch von Greenpeace indoktrinierte Ökoaktivisten zerstören die Versuchsfelder auf den Philippinen. Dr. Patrick Moore, einer der Mitbegründer von Greenpeace, der Greenpeace verließ, als er sah, dass der humanitäre Anspruch von Greenpeace verschwand, meint, dass Greenpeace und seine Verbündeten der Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach der Definition des Internationalen Strafgerichtshofs schuldig sind.

Ein besonders widerwärtiges Kapitel war die Kampagne von Greenpeace International und Friends of the Earth (bei uns BUND)gegen den von den Amerikanern nach Afrika gelieferten gentechnisch veränderten Mais. Durch den Mais sollten bei der damaligen großen Hungersnot im Süden Afrikas viele Menschen vor dem Hungertod bewahrt werden. Die genannten Organisationen versuchten, die Afrikaner davon zu überzeugen, dass im Dienst der Ideologie der Hungertod gut für sie sei.

Siebtes Kapitel: Der Kampf der Grünen für Gerechtigkeit

In einem ersten Teil werden Studiengebühren erörtert, gegen deren Erhebung die Grünen Sturm liefen.

Es wäre ein gewichtiges Argument gegen Studiengebühren, wenn infolge der Studiengebühren die Studierneigung vor allem der sozial schwachen Gruppen zurückginge. Das konnte jedoch nicht beobachtet werden. Die Zahl der Studienberechtigten, die ein Studium aufnehmen, ging in Bundesländern mit Studiengebühren im Vergleich zu den Bundesländern, die keine Gebühren ergeben, nicht zurück. Die Einführung von Studiengebühren wirkte sich auch nicht negativ auf die Studierneigung der sozial schwachen Gruppen aus. Es konnte nicht beobachtet werden, dass der Anteil der Empfänger von Bafögleistungen in den Gebührenländern sinkt. Um Studiengebühren zu vermeiden, war es möglich, an eine Hochschule in ein gebührenfreies Land zu wechseln oder einen Wechsel in ein Gebührenland zu vermeiden. Tatsächlich hat sich jedoch der Wanderungssaldo in vier der sechs Gebührenländer erhöht.

Die Konsequenz der Nichterhebung von Studiengebühren besteht darin, dass der Steuerzahler die Kosten des Studiums zu tragen hat. Die Krankenschwester zahlt also Steuern, um das Studium der Ärztin zu finanzieren, die später wegen ihres Studiums ein viel höheres Einkommen erzielen wird als sie selbst. Die Verkäuferin bei Karstadt finanziert das Studium des Ingenieurs, des Managers oder des Lehrers, die später alle deutlich mehr verdienen als sie. Die pharmazeutisch-technische Assistentin, die selbst für ihre Ausbildung Schulgeld zahlen musste, zahlt als Apothekenassistentin Steuern, so dass der Apotheker gebührenfrei studieren kann.

Die Abschaffung der Studiengebühren ist eine nicht zu rechtfertigende Privilegierung der Studenten. Physiotherapeuten, Logopäden, Masseure und andere müssen für ihre Ausbildung im Vergleich zu den gerade abgeschafften Studiengebühren horrende Summen an Schulgeld zahlen, das nicht erstattet wird. Wenn Physiotherapeuten nicht zu der Minderheit gehören, die einen Ausbildungsplatz an einer stattlichen Schule erhalten, an der der Unterricht kostenlos ist, zahlen sie im Durchschnitt ein Schulgeld von monatlich 300- 400 Euro. Pro Jahr sind das also 3.600 bis 4.800 Euro. Die Ausbildung dauert mindestens drei Jahre. Bei Logopäden kann das Schulgeld, das sie monatlich zahlen müssen, sogar doppelt so hoch sein wie das der Physiotherapeuten.

Im zweiten Teil des Kapitels wird die EEG-Umlage erörtert. Das ist die Differenz aus dem Betrag, der an die Erzeuger von Ökostrom gezahlt werden muss und dem Markterlös aus dem Verkauf des Ökostroms. Ökonomisch ist die Umlage eine Steuer auf den Stromverbrauch. Da der Stromverbrauch mit steigendem Einkommen nur schwach steigt, werden die einkommensschwachen Haushalte proportional weit stärker belastet als die Haushalte mit hohem Einkommen. Die EEG-Umlage kommt einer Kopfsteuer nahe. Es ist die unsozialste Steuer, die es bei uns gibt.

Im dritten Teil dieses Kapitels wird die Forderung der Grünen nach Abschaffung des Ehegattensplittings diskutiert. Die Realisierung der Forderung bedeutet, dass Familien mit gleichem Haushaltseinkommen ungleich besteuert werden. Es werden die Ungerechtigkeiten dargestellt, die damit verbunden sind. Es wird auch auf die vielen nicht bekannte Tatsache hingewiesen, dass 91 Prozent des Splittingvolumens auf Familien mit Kindern oder auf Familien entfallen, die Kinder großgezogen haben.

Achtes Kapitel: Der Grünen liebstes Kind: das EEG

Wegen der drohenden globalen Erwärmung soll der Ausstoß von CO2 reduziert werden. Das sollte mit möglichst geringen Kosten geschehen. Es gibt zwei Methoden, dieses Ziel zu erreichen. Die Erhebung einer Steuer auf den Ausstoß von CO2 oder die Ausgabe von Emissionszertifikaten. In dem zuletzt genannten Fall wird die Menge an Schadstoffen, die emittiert werden darf, durch die Anzahl der Zertifikate, die eine Umweltbehörde ausgibt, unmittelbar fixiert. Für die Zertifikate bildet sich ein Preis. Man kann Treibhausgase nur emittieren, wenn man über ein Zertifikat verfügt. Die EU hat sich für diese Variante entschieden und seit 2005 ein Emissionshandelssystem etabliert.

Bei der Förderung der erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird in eklatanter Weise gegen das Prinzip verstoßen, den Ausstoß von CO2 mit minimalen Kosten zu reduzieren. Im Jahr 2011 beliefen sich die CO2-Vermeidungskosten auf 346 Euro in der Photovoltaik und 120 Euro bei der Windenergie Onshore. Im Rahmen des europaweiten Emissionshandels ist es möglich, eine Tonne CO2 zu einem Preis von 10 Euro zu vermeiden.

Die traurige Wahrheit ist nun, dass mit all unseren Wind- und Solaranlagen, für die wir viele Hunderte von Milliarden ausgeben, nicht eine einzige Tonne CO2 eingespart wird. Das ist deshalb so, weil durch das Emissionshandelssystem die Menge an Treibhausgasen absolut begrenzt ist. Wenn wir weniger Emissionszertifikate brauchen, weil wir Strom durch Windkraftanlagen erzeugen, werden die Zertifikate billiger und von anderen erworben.



Zurück